Donnerstag, 23. August 2007



Mittwoch, 22. August 2007

Wildhornhütte


Dieses Jahr erlebten wir Ferien in der Heimat - in unserem schönen Berner Oberland. Wir unternahmen zwei wunderschöne Hardcore-Wanderungen die es in sich hatten....! Beide Wanderungen waren in jeweils zwei Tagen nur schwer zu bewältigen.. doch wir Berg-Gemschis schafften es. So machten wir unsere ersten Erfahrungen mit SAC-Hütten (ohne Duschen), Hüttenwarten und schnarchelnden Schlaf-Genossen. Eine tolle, interessante, lustige aber doch sehr anstrengende Erfahrung....

Endlich Sommerferien... doch anders als in anderen Jahren trieb es uns nicht in die Ferne, weil das Gute liegt so nah.... so entschlossen wir uns, dem Berner Oberland die Ehre unseres Besuches zu erweisen und versuchten uns im Wandervogel-Dasein. Konkret heisst dies, dass wir uns in der Lenk (Simmental) stationierten und von da aus 2 wunderschöne 2tägige Wanderungen unternahmen. Wanderungen... da denkt wohl jeder bereits an Radio und sonstige AHV-Veranstaltungen... doch weit gefehlt. Wir entschieden uns für die harte Variante mit Aufstieg zu SAC Hütten (Schweizer Alpen Club) und mit den entsprechenden Übernachtungen. Diese Hütten sind inmitten einer bezaubernden Berglandschaft, jedoch nicht immer ganz einfach zu erreichen. So gilt es unzählige Höhenmeter hinter sich zu bringen, bis man endlich die Türschwelle zu einer solchen Hütte überschreitet. Was ist nun aber so eine SAC Hütte im Allgemeinen? Die, die denken, hier handelt es sich um ein komfortables Hotel, die irren sich gewaltig. Die Leute sind wohl nett, die Unterkunft jedoch spartanisch aber charmant. So hat es keine Dusche, dafür ein Kaltwasser-Hahn.... mmmhhh....! Nun, die meisten stinken sowieso.... das Essen ist ein klassisches 4 Gänge Menue, welches aber immer in demselben Teller gegessen wird... ihr seht, einfach aber wirklich fein. Sie geben sich Mühe und es kommt sofort eine sehr heimelige Atmosphäre auf.... aber alles von Vorne.

Die erste Tour führte uns von unser Basis-Station (Lenk) mit der Bettelberg-Bahn auf das Leiterli. Bis dahin war es nicht sehr anstrengend, dafür haben wir dort noch die frischesten Photos geschossen....! Dann gings los. Über den Stüblenipass weiter zum Tungelpass und dann kam der erste Aufstieg... nachdem die ersten Blasen an den Füssen behandelt wurden gings auch schon weiter auf die Zielgerade... die SAC Hütte Wildhorn, seines Zeichen gelegen auf 2'303 Meter über Meer. Eine herrliche Aussicht belohnte uns für die Mühen und wir kamen uns sehr männlich und weiblich vor. Jedoch wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht, wozu wir eigentlich in der Lage waren. Nach einem (bereits beschriebenen) Abendessen kam eine Nacht, die nicht viel Schlaf barg. Aber dennoch war es eine wunderbare Erfahrung, nach den Skilagern während der Schulzeit und den militärischen Aufenthalten, mal freiwillig in einem Massenlager zu übernachten. Am Tag darauf empfing man uns mit einem feinen Frühstück, bevor wir uns an den Abstieg machten. Über den Sandbode zum Iffigensee, Iffigenhore (heisst wirklich so..) zur Iffigenalp weiter zurück zur Lenk. Was für eine Wanderung. Die Unterschenkel pochten, die Oberschenkel schwollen an und wir waren einfach nur froh, wieder in unserer Basis angekommen zu sein. Doch dies war ja nur die "Schulbuben-Wanderung".













Dienstag, 21. August 2007

Wildstrubelhütte

Nach zwei wirklich verdienten Ruhetagen spürten wir langsam unsere Beine wieder.... juhee! Und schon packte uns die Lust nach einer grösseren Herausforderung. Definiert wurde diese durch die Wildstrubelhütte, welche auf zärtlichen 2'797 Metern angesiedelt ist. Oha, jetzt galt es ernst.

Wiederum gönnten wir uns einen sanften Einsteig und zwar ins Postauto, welches uns zur Iffigenalp brachte.... herrlich, so macht wandern Spass. Doch das Lächeln auf den Lippen verging uns sofort, als wir den schier überhängenden Aufstieg sahen.... Okay, die Wanderstöcke wurden ausgefahren, ein grimmiges Gesicht aufgesetzt, die Adern in den Waden pulsierten und los gings. Ohne Worte nahmen wir die ersten Höhenmeter und freuten uns grenzenlos auf das Sandwich in unserem Rucksack, welches bereits nach kurzer Zeit unserem Aufstieg bedingten Hunger zum Opfer fiel. Frisch gestärkt realisierten wir, dass wir von den knapp 1300 Höhenmeter bereits 50 absolviert hatten.... (leicht übertrieben). In unserem Rücken hörten wir bereits die AHV Wanderer keuchen uns so legten wir an Tempo zu, dass wir uns die Schmach nicht eingestehen mussten.

So begann das Wildstrubel-Berg-Rennen... rauf zu den Rawilerseeleni und dort hatten wir alle anderen bereits abgehängt und gönnten uns eine nächste wohlverdiente Verpflegungspause. Die, die hier denken, es handle sich hier mehr um eine Verpflegungs-Reise, denen sei gesagt: Ihr täuscht euch. Denn echte Wandersleut wollen gut genährt sein. Es gibt ein Sprichwort, dass da besagt: Wer rastet, der rostet. Wir glaubten dies zuerst nicht, belächelten es und rasteten. Doch danach wurde uns bewusst, was damit gemeint war. Wiederum mussten Blasen verarztet werden (so machte sich auch die Kilo schwere Apotheke bezahlt..) und wir sprachen uns gegenseitig Mut zu... von da an hörte aber der Spass auf. Denn die SAC Hütte war bereits in Sichtweite doch man musste den Kopf so weit zurück lehnen, dass einem fast schwindlig wurde. Das Ziel war in Sicht, der Weg dahin nicht. Wir mobilisierten die letzten Kraftreserven in den schon längst ächzenden Gliedern und krochen den Berg hinauf... rückblickend waren wir beide der Meinung, dass dies definitv überhängend war. Jawohl. Umso stolzer waren wir, als wir in der Hütte angekommen waren.

Wiederum wurden wir herrlich verpflegt und dies sogar von einer Familie aus Grenchen, welche dort die Hütte betreuen.... Bisch du nid vo Gränche? Fragte uns der leicht zerzauste Küchenjunge und meinte damit natürlich Tämi. Man sieht, mit welcher bekannten Persönlichkeit sich der Andy durch die berner Alpen bewegen durfte. Nach einem feinen Znacht gönnten wir uns eine schreckliche Nacht. Die Hütte war restlos ausgebucht und der Typ neben uns beglückte uns mit gasförmigen Geschenken die ganze Nacht hindurch. Endlich kam der Morgen und wir haben uns selten über Sonnenstrahlen so dermassen gefreut.... nach einem Frühstück ging es an den Abstieg, der nicht minder in die Waden schoss. Über den Tierbergsattel hinunter zu dem Retzligletscherseeli und weiter zum Flueseeli. Eine atemberaubende, rauhe und wunderschöne Landschaft, die wir vorbehaltslos jedem naturverbundenen Wanderer empfehlen können. Wiederum kam das Sahnestück am Schluss. Der Abstieg zu den Simmenfällen hatte es in sich. So überhängend wie es vorher rauf ging, ging es jetzt runter. Entsprechend pochten und quietschten unsere Kniegelenke und wir waren froh, dass wir dennoch unsere Wanderstöcke dabei hatten. Spätestens da verloren auch die den AHV Status und künftig machen wir keine Wanderung mehr ohne. Nach gut 6 Stunden kamen wir endlich wieder in der Lenk in unserer Ferienwohnung an.... glücklich, stolz, etwas hochnäsig gegenüber all den anderen Simmenfälle-Siebenbrunnen-und-zurück-Sonntags-Wanderern aber doch sehr erschöpft. Es waren herrliche Tage, anstrengend, naturverbunden, mit traumhaften Ausblicken belohnt und einfach unvergesslich. Sicherlich wird dies nicht die letzte solche Tour gewesen sein, die wir unternommen haben... und wer weiss, vielleicht begleitet ihr uns das nächste mal dabei?