Mittwoch, 22. August 2007

Wildhornhütte


Dieses Jahr erlebten wir Ferien in der Heimat - in unserem schönen Berner Oberland. Wir unternahmen zwei wunderschöne Hardcore-Wanderungen die es in sich hatten....! Beide Wanderungen waren in jeweils zwei Tagen nur schwer zu bewältigen.. doch wir Berg-Gemschis schafften es. So machten wir unsere ersten Erfahrungen mit SAC-Hütten (ohne Duschen), Hüttenwarten und schnarchelnden Schlaf-Genossen. Eine tolle, interessante, lustige aber doch sehr anstrengende Erfahrung....

Endlich Sommerferien... doch anders als in anderen Jahren trieb es uns nicht in die Ferne, weil das Gute liegt so nah.... so entschlossen wir uns, dem Berner Oberland die Ehre unseres Besuches zu erweisen und versuchten uns im Wandervogel-Dasein. Konkret heisst dies, dass wir uns in der Lenk (Simmental) stationierten und von da aus 2 wunderschöne 2tägige Wanderungen unternahmen. Wanderungen... da denkt wohl jeder bereits an Radio und sonstige AHV-Veranstaltungen... doch weit gefehlt. Wir entschieden uns für die harte Variante mit Aufstieg zu SAC Hütten (Schweizer Alpen Club) und mit den entsprechenden Übernachtungen. Diese Hütten sind inmitten einer bezaubernden Berglandschaft, jedoch nicht immer ganz einfach zu erreichen. So gilt es unzählige Höhenmeter hinter sich zu bringen, bis man endlich die Türschwelle zu einer solchen Hütte überschreitet. Was ist nun aber so eine SAC Hütte im Allgemeinen? Die, die denken, hier handelt es sich um ein komfortables Hotel, die irren sich gewaltig. Die Leute sind wohl nett, die Unterkunft jedoch spartanisch aber charmant. So hat es keine Dusche, dafür ein Kaltwasser-Hahn.... mmmhhh....! Nun, die meisten stinken sowieso.... das Essen ist ein klassisches 4 Gänge Menue, welches aber immer in demselben Teller gegessen wird... ihr seht, einfach aber wirklich fein. Sie geben sich Mühe und es kommt sofort eine sehr heimelige Atmosphäre auf.... aber alles von Vorne.

Die erste Tour führte uns von unser Basis-Station (Lenk) mit der Bettelberg-Bahn auf das Leiterli. Bis dahin war es nicht sehr anstrengend, dafür haben wir dort noch die frischesten Photos geschossen....! Dann gings los. Über den Stüblenipass weiter zum Tungelpass und dann kam der erste Aufstieg... nachdem die ersten Blasen an den Füssen behandelt wurden gings auch schon weiter auf die Zielgerade... die SAC Hütte Wildhorn, seines Zeichen gelegen auf 2'303 Meter über Meer. Eine herrliche Aussicht belohnte uns für die Mühen und wir kamen uns sehr männlich und weiblich vor. Jedoch wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht, wozu wir eigentlich in der Lage waren. Nach einem (bereits beschriebenen) Abendessen kam eine Nacht, die nicht viel Schlaf barg. Aber dennoch war es eine wunderbare Erfahrung, nach den Skilagern während der Schulzeit und den militärischen Aufenthalten, mal freiwillig in einem Massenlager zu übernachten. Am Tag darauf empfing man uns mit einem feinen Frühstück, bevor wir uns an den Abstieg machten. Über den Sandbode zum Iffigensee, Iffigenhore (heisst wirklich so..) zur Iffigenalp weiter zurück zur Lenk. Was für eine Wanderung. Die Unterschenkel pochten, die Oberschenkel schwollen an und wir waren einfach nur froh, wieder in unserer Basis angekommen zu sein. Doch dies war ja nur die "Schulbuben-Wanderung".